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Stellungnahmen im Gemeinderat 16. Juli 2026

Irene Schuster: Bedarfsplanung für Kindertageseinrichtungen 2025/26 (Vorlage 1/2026)

Zunächst möchte ich mich bei der Verwaltung bedanken für diese ausführliche und nachvollziehbare Bedarfsplanung.

Die vorliegenden Zahlen machen deutlich, wie anspruchsvoll es inzwischen geworden ist, den Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen unter sich wandelnden demografischen Rahmenbedingungen verlässlich zu prognostizieren. Das kommt dann an manchen Stellen der Quadratur des Kreises gleich. Und wenn man dann Maßnahmen für einen Sachstand ergreift, kann es sein, dass das dann in ein paar Jahren schon wieder überholt ist.

Bemerkenswert finde ich vor allem, dass sich die Ausgangslage innerhalb so weniger Jahre spürbar verändert hat. Die Geburtenzahlen sind rückläufig. Zugleich ist der Wanderungssaldo junger Menschen negativ. Die Gründe dafür wurden ja schon von Kolleginnen und Kollegen angeführt. Das sind keine Randnotizen, sondern Entwicklungen, die wir in unserer kommunalen Planung ernst nehmen müssen.

Vor diesem Hintergrund erscheint es folgerichtig, die bisherigen Bedarfsrichtwerte zunächst beizubehalten. Planung braucht aber auch Kontinuität und darf nicht jeder kurzfristigen Entwicklung hinterherlaufen. Gleichzeitig stellt sich aber in meinen Augen die berechtigte Frage, ab welchem Punkt dauerhaft sinkende Geburtenzahlen auch eine Neubewertung dieser Richtwerte erforderlich machen.

Und anders als mein total feministischer Kollege habe ich wiederum kein Problem, wenn Leute Geschlechtsverkehr ohne Zeugungsabsicht haben. Und moniere das auch nicht immerzu in diesen Hallen.

Vorausschauende Planung und Verhütung bedeuten schließlich nicht nur Ausbau, sondern auch, Bedarfsprognosen regelmäßig zu hinterfragen.

Ebenso wichtig ist aber auch aus unserer Sicht, dass wir nicht allein auf die Zielquoten schauen, sondern auf den tatsächlichen Bedarf. Gute Planung bemisst sich nicht an möglichst vielen geschaffenen Plätzen allein, sondern daran, ob die vorhandenen Plätze dort zur Verfügung stehen, wo Familien sie tatsächlich benötigen.

In diesem Zusammenhang wäre es auch hilfreich, für die Zukunft zu erfahren, wie sich die tatsächliche Auslastung der Einrichtungen entwickelt und ob es bereits dauerhaft nicht belegte Kapazitäten gibt. Denn eine bedarfsgerechte Infrastruktur ist nicht nur familienfreundlich, sondern auch Ausdruck eines verantwortungsvollen Umgangs mit öffentlichen Mitteln.

Ein weiterer Aspekt ist mir besonders wichtig. Familien sind unterschiedlich. Das ist gut und schön so. Manche Eltern wünschen sich eine Ganztagesbetreuung und können das auch anders nicht vereinbaren. Andere hingegen können vielleicht auch mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen. Es zeichnet sich für mich dadurch aus, dass es kein bestimmtes Lebensmodell gibt, sondern dass wir Wahlfreiheit ermöglichen.

Gute Kinderbetreuung schafft Chancen, sie ersetzt aber nicht die Entscheidung der Eltern.

Wir unterstützen die Fortschreibung der Bedarfsplanung. Gleichzeitig verstehen wir sie auch nicht als statisches Konzept, sondern als Auftrag, die tatsächliche Entwicklung weiterhin aufmerksam zu beobachten und die kommunale Infrastruktur mit Augenmaß, Verlässlichkeit und wirtschaftlicher Vernunft weiterzuentwickeln.

Vielen Dank.